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  • Manuela Maer

Neulich am Stammtisch …

Habt Ihr Euch noch nie gefragt, was die Protagonisten der Bücher so in ihrer Freizeit machen? Ich meine, wenn die Autoren sie gerade nicht brauchen - Schreibpause herrscht oder gerade andere Handlungsstränge am Laufen sind. Wie könnte das vonstattengehen? Mal angenommen, sie würden sich z.B. regelmäßig nach der Arbeit in einer Kneipe am Tresen treffen.

Was wäre das wohl für ein Gespräch?

Im Tribusverlag kennen sich die Figuren untereinander und treffen sich durchaus in ihrer Freizeit. So auch Amelie aus dem Buch: Amelie – Zeitlos mit Dir von Nini Schlicht und Julia aus dem Buch: Ilya Duvent – Der Sturm in Dir von Manuela Maer.



… schauen wir doch einfach mal in die Kneipe hinein …


… … …


Barkeeper: "Na, viel Arbeit heute?"

Julia: "Hmm, nicht wirklich. Man merkt, dass die Leute Urlaub haben und weniger in der Stadt unterwegs sind. Weniger Laufkundschaft halt. Da hat man schon mal Zeit für andere Dinge."

Barkeeper: "Wartest du auf jemanden bestimmten? Kann ich Dir schon was zu Trinken hinstellen?"

Julia: "Ja, auf meine Freundin Amelie. … Ich nehme ein Radler. … Ah, da kommt sie ja schon... Hi Amelie!“

Amelie: „Hi Julia, schön, dass es geklappt hat.“

Julia: „Ich freu mich auch, heute war bei mir eh nix los. Ich warte auf eine neue Lieferung alter Bücher für einen Kunden, doch die verzögert sich. Wie isses bei dir?“

Amelie: „Ich wünschte ich hätte auch mal wieder etwas mehr Zeit. Aber im Buchladen ist grade so viel los, Mr. Barameus scheucht mich von A nach B.“

Julia: „Macht Ihr Inventur? Ich mach das immer erst im Januar ... Pascal, mein Mitarbeiter bereitet schon alles dafür vor.“

Amelie: „Das nicht, aber er hat sich in den Kopf gesetzt, neben den antiquarischen Büchern nun auch ganz aktuelle mit ins Sortiment aufzunehmen. Ich soll für ihn recherchieren, welche Autoren da gerade gefragt sind.“

Julia: „Wollte Mr. Barameus nicht Urlaub machen?“

Amelie: „Das wollte er schon länger, aber er findet immer wieder Gründe um zu bleiben.“

Julia: „Also ich finde deinen Chef irgendwie unheimlich.“

Amelie: „Ach, er ist eigentlich ein ganz lieber Kerl. Nur ein wenig Eigen vielleicht. Aber ich hab ihn gern.“

Julia: „Na du musst ja mit ihm zusammenarbeiten,... nicht ich. Was für Gründe gibt es, nicht in Urlaub zu gehen, das kann ich nicht nachvollziehen, geschweige denn verstehen …“

Amelie: „Das stimmt. Manches verstehe ich aber auch nicht. Zum Beispiel wie sich der Laden halten kann, denn außer unseren Stammkunden kommt kaum jemand. Wie läuft es denn bei euch? Habt ihr viel Kundschaft?“

Julia: „Oh ja,.. seit den Ereignissen in den Kasematten in Rastatt und in dem alten Brunnenhaus vor einigen Jahren, ist mein Laden voll. Ich sag dir, die Leute sind einfach nur Sensationsgeil.“

Amelie: „Wer kann es ihnen verübeln? Es ist ja auch spannend.“

Julia: „Es gibt wirklich manche, die versuchen meinen Mitarbeiter Pascal auszufragen... dabei ist er noch gar nicht so lange bei mir. Er hat davon ja gar nix direkt mitbekommen.“

Amelie: „Der arme Kerl. Wie hält er sich denn?“

Julia: „Bisher ganz gut. Er verkraftet die seltsamen Geschehnisse soweit und hält sich wacker. Irgendetwas scheint er zu verbergen, aber dahinter komme ich auch noch.“

Amelie: „Da geht es mir wie dir, mein Chef verbirgt auch etwas vor mir. Da bin ich mir ganz sicher.“

Julia: „Hast du mal einen Blick in Eure Buchhaltung genommen? Daraus kannst du doch sicher einiges Ableiten, wie sich der Laden zu halten scheint oder hast du ihn jetzt endlich mal darauf angesprochen?“

Amelie: „Die Unterlagen hält er vor mir verborgen. Er meint, das würde er schon machen und ich solle weiterhin die Kunden betreuen. Ich weiß bisher noch nicht wie genau ich das anstellen soll.“

Julia: „Weißt du denn wo diese Unterlagen sind? Der Sache solltest du weiter auf den Grund gehen... na ich sehe schon, ich weiß schon, warum ich ihn nicht mag.“

Amelie: „Oben in seiner Wohnung, da gehe ich ja nicht rein. Irgendwann redet er vielleicht mit mir. Meine Eltern liegen mir auch in den Ohren, ich soll etwas anderes mit meinem Leben anfangen, als in Barameus Laden zu arbeiten. Aber weißt du, ich bin dort eigentlich sehr glücklich.“

Julia: „Hmm,... ich hab’s dir ja angeboten, hättest zu mir kommen können, aber du wolltest ja nicht. Dass der Gronauer mir alles vermacht hat und seine Erben mir das Haus mit dem Buchladen verkauft haben, war schon ein großer Glücksfall. Dadurch brauchte ich halt jemanden.“

Amelie: „Kennst mich doch, Veränderungen sind nicht so mein Ding. … Oh ja, da kannst du wirklich von Glück reden. Einen eigenen Buchladen... davon träume ich auch. Aber jetzt erzähl doch mal, was gibt es neben der Arbeit denn Neues?“

Julia: „Mein Junger ist ganz gut in der Schule,... demnächst macht er einen Ausflug nach Bermersbach zum Glücksweg,... das passt mir gar nicht, da soll es vor einiger Zeit Tote gegeben haben.“

Amelie: „Einen Ausflug mit der Schule?“

Julia: „Ja,.. von der Schule aus... die Polizei hat wohl nichts finden können,.... wohl ist mir dabei nicht... das sag ich dir. Hoffentlich passiert da nichts...!“

Amelie: „Na, aber dann sind ja seine Lehrer und die ganze Klasse dabei. Was könnte da schief gehen?“

Julia: „Das sagst du jetzt so,... zwei Lehrer und einen Haufen 10-11jähriger … die verstecken sich im Wald, verlaufen sich, oder was auch immer,... am Ende schleicht der Mörder da noch rum?“

Amelie: „Die Polizei hat also gar keine Spur?“

Julia: „So gar nichts. Angeblich scheint der über alle Berge,... wer’s glaubt... aber mal was anderes... Was macht bei Dir die Liebe? Hat sich da mal was ergeben?“

Amelie: „Man kann nur hoffen, dass er tatsächlich weg ist. … Hm, tja weißt du das ist kompliziert.“

Julia: „Oh ja,.. dass ist es immer,... was ist denn daran kompliziert,... erzähl!“

Barkeeper: "noch was zu trinken... Mädels?"

Amelie: „Es gibt da schon jemanden, allerdings sollte ich mich von ihm besser fern halten. Er verwirrt mich total und scheint aus einer anderen Welt zu stammen. … Ich nehme noch einen Weißwein.“

Julia: „Aus einer anderen Welt?... was soll das heißen? ... Ich nen Radler. … Ich dachte immer,... mit meinem Dämon wäre ich einzigartig. Jetzt fängst du auch an mit anderen Welten. … zum Wohl.“

(klong)

Amelie: „Er redet wie jemand, aus einer anderen Zeit. Er ist ein Gentleman und alles, was ich mir je von einem Mann erträumt hätte und doch umgibt ihn ein Geheimnis und ich befürchte, ich bin dem nicht gewachsen.“

Julia: „Hm,... so ging es mir mit Ilya Duvent auch. Aber dieser Dämon schien mir einfach zu gefährlich... was gedenkst du zu tun? Hat denn der Gentleman auch einen Namen?“

Amelie: „Fahren deine Gefühle denn auch Achterbahn? Ach, ich weiß nicht was ich tun soll. Wenn ich ihn sehe kann ich nicht anders als zu ihm zu gehen. … Er heißt Adrian.“

Julia: „Ohhh,... Adrian,... was für ein schöner Name. Er klingt schon so geheimnisvoll....“.

Amelie: „Du wirst es nicht glauben, er lebt auf einem Schloss, ein riesiges Schloss und da lebt er ganz alleine.“

Julia: „Hm,... also wenn ich vor diesem Dämon gestanden bin, haben mich anfangs meist Wut und Angst im Griff, dann, je länger er vor mir stand, je mehr verändert sich das Gefühl, so als ob er imstande wäre, meine Gefühle zu beeinflussen. … Ein Schloss... woho,.. das hört sich doch großartig an. Ja,.. was zögerst du,... schnapp dir diesen Kerl.“

Amelie: „Hm, vielleicht kann er das ja auch.“

Julia: „Der Gedanke jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken,...“

Amelie: „Meinst du denn sowas ist möglich? Das wäre ja schrecklich.“

Julia: „Nun,... was würde wohl geschehen, wenn ich mich darauf einlasse und es ausprobiere, … weiß ich denn dann, ob ich noch die bin, die ich bin? ... ich muss schließlich auch an meinen Sohn denken. … Dann lieber wie du, einer mit einem Schloss,... das wäre doch halb so wild... oder?“

Amelie: „Ach mensch Julia, vielleicht sollten wir einfach ganz die Finger von den Männern lassen. Vielleicht manipuliert Adrian mich ja auch, dieser Gedanke kam mir auch bereits.“

Julia: „Komm her, lass dich drücken,... also noch kommst du mir vor wie immer... woran denkst du, wenn du meinst, er manipuliert dich. Bei was könnte er dich denn manipulieren?“

Amelie: „Lass uns anstoßen, auf uns, die wir so bleiben wie wir sind.“

Julia: „Die wir so bleiben wie wir sind.“

(klong)

Julia: „Ja sag, … bei was denkst du, manipuliert Adrian dich? … Ist es nicht so, dass die Liebe an sich manipulativ ist? Dass man da ohnehin Dinge tut, die man sonst nicht täte?“

Amelie: „Naja, erst hatte ich Angst vor Adrian, aber in der nächsten Sekunde war das wie ausgelöscht und ich habe mich wohl gefühlt. Oder ich hatte nur Angst vor der Situation, das kann natürlich auch sein, doch es irritiert mich das ich mich direkt so wohl bei ihm gefühlt habe.“

Julia: „Vielleicht bist du ja auch nur mega in ihn verliebt... sowas wie Liebe auf den ersten Blick. … Sowas kann schon mal ein mulmiges Gefühl auslösen.“

Amelie: „Das ist ja genau das, was ich mir immer erträumt habe. Mit Anne habe ich da früher immer drüber gesprochen und sie meinte, ich wäre total naiv und hätte unrealistische Vorstellungen.“

Julia: „Hahaha … jaja,... Anne... die ist ja wie ein Eisklotz.“

Amelie: „Zumindest ist sie eine harte Verfechterin des Realismus im Gegensatz zu mir.“

Julia: „Es ist doch schön, verliebt zu sein,… und manchmal ist es eben so, dass man einen gutaussehenden Mann trifft, der auch noch ein Schloss hat... Manchmal ist es eben wie im Märchen... wie bei Pretty Woman.“

Amelie: „Ich glaube ich würde mich zu Adrian auch hingezogen fühlen, wenn er unter einer Brücke leben würde.“

Julia: „Wenn ich dich so ansehe, wenn du das sagst,... glaube ich das auch … hihihi.“

(klong)

… … … … … … …

Julia und Amelie saßen noch einige Zeit zusammen und genossen ihre Plaudereien über Gott und die Welt, über die Männer und die Geschehnisse um sie herum. Hören wir ein andermal wieder rein, wenn sie sich erneut treffen. Für heute wollen wir sie in Ruhe lassen …

Danke fürs reinlesen… eure Nini Schlicht und Manuela Maer



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