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  • Mr. Tribus

Horror im Rettungsdienst

Autor: Carsten Burkhardt


Es war ein ganz normaler Morgen. Klar - ich war sehr müde, es war ja auch erst 06:00 Uhr. Mein Dienst beginnt um 07:00 Uhr, doch ich frühstücke immer gerne mit den Kollegen der Vorschicht, auch hat man sich ja immer ein bisschen was zu erzählen. Guter Dinge steige ich aus meinem Auto und habe die Brötchentüte in der Hand. Irgendetwas war mir nicht geheuer. „Was war hier los?“ Niemand zu sehen, das Tor von der Fahrzeughalle war geschlossen. Seltsam für so einen warmen Sommertag. Ich gehe also durch den Haupteingang in die Rettungswache. Normalerweise hört man schon die Kollegen laut miteinander reden, aber es war nichts zu hören. Ich frage mich selbst: "Was ist hier nur los? Haben die alle verschlafen?" Neugierig wandere ich durch den Flur und biege nach rechts in den Aufenthaltsraum ab, der einem Wohnzimmer einer WG ähnelt. Mein Kollege Simon steht direkt neben der Tür und starrt mich an. Was habe ich mich erschreckt vor ihm! „Mensch Simon, was ist hier los?“ Er antwortet nicht, starrt mich lediglich mit großen Augen an. Mir wird immer unbehaglicher. Ich schüttele ihn durch und versuche ihn zu einer Reaktion zu animieren, doch mein Bemühen bleibt erfolglos. Nach einer Weile gebe ich auf und suche nach den anderen. In den Schlafräumen ist auch niemand anzufinden. Nun frage ich mich wirklich: „Was ist hier nur geschehen?“ Umgehend mache ich mich auf in das Büro vom Wachleiter. Auf dem Flur liegen überall Medizinprodukte, Kleidungsstücke und alles Mögliche an anderem Zeug herum. „Ist hier eingebrochen worden?“ Sogleich komme ich in seinem Büro an. Herr Schneider sitzt auf seinem Stuhl vor seinem Schreibtisch und schlägt ständig mit seinem Kopf auf die Tischplatte. Seine Stirn ist schon am Bluten. Ich greife ihn und versuche ihn davon abzuhalten, doch er reißt sich los und beginnt von vorne. „HERR SCHNEIDER HÖREN SICH MICH!?“ Er hört auf und dreht sich zu mir, sein Gesicht ist voll mit Blut und seine Augen sehen tiefschwarz aus. Schweigend blickt er mich an. Plötzlich schreit er laut los und ich erschrecke mich zu Tode. Der Schrei ist so laut und schmerzerfüllt, dass er mir durch Mark und Bein geht. So schnell der Schrei ertönte, so schnell verstummte er wieder und fuhr fort damit, seinen Kopf gegen die Tischplatte du schlagen. „Auch hier kann ich nichts ausrichten.“ Entrüstet gehe ich in Richtung der Küche und sehe meine Kollegin Romy auf dem Boden sitzen. Starr zeigt sie mit ihrem Finger in die Küche. „Romy, kannst du mich hören? Was ist passiert?“ Auch von ihr kommt keine Antwort, nur ein wimmerndes Geräusch, welches ich nicht verstehen kann. Angst durchfährt mich beim Gedanken, die Küche zu betreten. All meinen Mut nehme ich zusammen und schreite hinein. Dort stehen meine beiden Kollegen von der Vorschicht. Beide sind so blass im Gesicht und sie wirken so unterkühlt, dass man denken könnte, sie stünden in der Arktis. Augenblicklich wird mir der Auslöser allen Übels bewusst. Auch mir schlägt der Anblick fast den Boden unter meinen Füßen weg. Es ist derart grauenerregend, ich wage es kaum es auszusprechen. „Der Kaffee ist alle!“

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